Altes Jahr, Neues Jahr: Erwartungsstress?

Abgerechnet wird bekanntlich am Schluss. Was logisch ist, da für die Abrechnung Informationen, Zahlen und dergleichen benötigt werden. Somit ist es naheliegend, dass viele Menschen zum Jahreswechsel auch ihre persönliche Abrechnung machen. Das endende Jahr wird analysiert und beurteilt, Vorsätze werden mit dem Erreichten verglichen. Sowohl Erfolge als auch Enttäuschungen werden dann offenkundig und beziffert.


Nebst der persönlichen Bilanz findet auch eine Überprüfung der Erwartungen an das Umfeld statt. Umgekehrt ist man selber ebenfalls der Überprüfung durch sein Umfeld ausgesetzt. Unerfüllte Erwartungen schmerzen umso mehr, je näher einem die andere Person steht. Sich eingestehen zu müssen, dass man nicht alle an sich selbst gestellten Anforderungen erfüllen konnte, kann enttäuschen und kränken.

Der vermeintliche Ausweg: Sich für das neue Jahr neue gute Vorsätze fassen. Dadurch bleibt jetzt ein Jahr Zeit um es besser zu machen... oder aufs Neue enttäuscht zu werden.
Grundsätzlich sind Vorsätze eine gute Sache. Sie können motivierende Zielsetzungen sein, und sie können später auf Erfolg überprüft werden. In konzentrierter und geballter Ladung, wie zum Jahreswechsel oft üblich, können sie jedoch leider auch Stress erzeugen. (Man beachte die zahlreichen Werbungen gerade in dieser Zeit für die unterschiedlichsten Diäten!)


Da kann es sinnvoll sein, die Erwartungen an sich und an sein Umfeld zu redimensionieren. Es kann hilfreicher und erfolgversprechender sein, sowohl neue Vorsätze als auch Abrechnungen von bestehenden Vorsätzen fortlaufend und in kleineren Einheiten vorzunehmen. Um damit das Neue Jahr – und sich selber – einem weniger hohen Erfolgsdruck auszusetzen. Lieber einen Vorsatz pro Woche als 7 Vorsätze an einem Tag!
Sie haben jeden Tag von Neuem die Wahl, denn schliesslich beginnt quasi mit jedem neuen Tag ein neues Jahr, eine neue Chance und ein neues Glück.


Januar 2021

 

 

Dassa Smith
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