Wer ausbrennt, muss vorher gebrannt haben

Diese Aussage ist in Zusammenhang mit Burnout oft zu hören. Für eine Sache brennen, leidenschaftlich sein und alles geben, kann motivieren und zu Höchstleistungen anspornen... aber, so schrieb es der französische Schriftsteller Henri Stendhal: „Ein wenig Leidenschaft beflügelt den Geist, zu viel löscht ihn aus.“
Doch was ist „zu viel“? Wann und warum das persönliche System vom
Brennen ins Ausbrennen kippt, ist sehr individuell, und ich glaube, dies hängt unter anderem auch stark von der persönlichen Motivation ab: Wer sich mit echtem Interesse, mit Herzblut, Liebe und Leidenschaft einer Sache widmet, ist weniger gefährdet als jemand, der mit seinem Engagement primär einen guten Eindruck machen will oder ausschliesslich das eigene Vorankommen auf der Karriereleiter in den Vordergrund stellt.

Wer sich sämtlichen Zumutungen beugt, reflexartig „yes, I can!“ sagt, widerspruchslos auf sein
Privatleben verzichtet und an jedem Wochentag und zu jeglicher Tag- und Nachtzeit erreichbar ist, riskiert viel. Doch auch Menschen, die sich einer Aufgabe aus reinem Enthusiasmus verschrieben haben, sollten mit ihren Ressourcen bewusst umgehen. Denn leistungsfähig bleibt auf Dauer nur, wer regelmässig eine Erholungszeit nimmt, um neue Kraft zu schöpfen.


Juli 2020

 

 

Dassa Smith
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