Versagensangst kann uns davon abhalten, Entscheidungen zu treffen, Neues auszuprobieren oder überhaupt anzufangen. Häufig steht dahinter nicht nur die Angst vor einem Fehler, sondern die Befürchtung, Erwartungen nicht zu erfüllen, andere zu enttäuschen oder selbst nicht gut genug zu sein.
Dabei gehört Scheitern zum Leben. Entscheidend ist weniger, ob etwas einmal nicht gelingt, sondern wie wir damit umgehen.
1. EIGENE ANSPRÜCHE ÜBERPRÜFEN
Muss es wirklich perfekt sein?
Hohe Ansprüche können motivieren. Werden sie jedoch unrealistisch, entsteht schnell das Gefühl, nie gut genug zu sein. Ein Fehler oder ein Ergebnis, das nicht den eigenen Erwartungen entspricht, sagt nichts über den eigenen Wert oder die eigenen Fähigkeiten als Ganzes aus.
2. ANGST NICHT NUR ALS GEGNER BETRACHTEN
Angst ist zunächst eine normale Reaktion auf etwas, das uns wichtig ist oder dessen Ausgang ungewiss ist. Sie kann Aufmerksamkeit und Energie mobilisieren.
Das Ziel muss deshalb nicht sein, überhaupt keine Angst mehr zu haben. Viel hilfreicher ist es, trotz der Angst handlungsfähig zu bleiben.
3. GEDANKEN HINTERFRAGEN
„Ich schaffe das nicht.“
„Ich darf keinen Fehler machen.“
„Was werden die anderen denken?“
Gedanken können sich wie Tatsachen anfühlen, ohne Tatsachen zu sein.
Fragen Sie sich deshalb: Was weiss ich tatsächlich – und was befürchte ich lediglich?
Allein diese Unterscheidung kann helfen, etwas Abstand zur eigenen Angst zu gewinnen.
4. DAS SCHLIMMSTE EINMAL ZU ENDE DENKEN
Was würde tatsächlich passieren, wenn etwas nicht funktioniert?
Welche Konsequenzen wären realistisch? Was könnten Sie dann tun? Und wie wichtig wäre dieses Ereignis in einigen Monaten oder Jahren noch?
Versagensangst lebt häufig von einem diffusen „Was, wenn …?“. Konkretes Hinschauen kann helfen, die Situation realistischer einzuschätzen.
5. ERFOLG VORSTELLEN
Statt gedanklich immer wieder das Scheitern durchzuspielen, können Sie sich bewusst vorstellen, wie Sie eine schwierige Situation bewältigen möchten.
Wie möchten Sie auftreten? Was möchten Sie sagen? Wie möchten Sie reagieren, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert?
So richtet sich der Fokus stärker auf das eigene Handeln und weniger auf das befürchtete Versagen.
6. HALTUNG ZEIGEN
Unsere Körperhaltung kann beeinflussen, wie wir uns selbst erleben. Wer sich aufrichtet, bewusst atmet und seinem Gegenüber zugewandt begegnet, kann sich präsenter und sicherer fühlen.
Es geht nicht darum, Stärke vorzuspielen, sondern darum, sich nicht schon körperlich klein zu machen.
7. MUT HABEN
Etwas Neues zu wagen bedeutet immer auch, nicht zu wissen, wie es ausgehen wird. Respekt vor einer Herausforderung zu haben, ist völlig normal. Entscheidend ist, sich davon nicht ausbremsen zu lassen.
Mut bedeutet nicht, sicher zu sein, dass es gelingt. Mut bedeutet, es trotzdem zu versuchen.
Mein Impuls
Angst beginnt im Kopf. Mut auch.