WARUM WIR UNS STÄNDIG MIT ANDEREN VERGLEICHEN
Sich mit anderen zu vergleichen ist menschlich. Vergleiche helfen uns, uns einzuordnen, geben Orientierung und können uns durchaus motivieren.
Schwierig wird es, wenn der Blick auf andere zum Massstab für das eigene Leben wird. Wer ständig darauf schaut, was andere erreicht haben, besitzen oder vermeintlich besser können, verliert leicht aus den Augen, was im eigenen Leben bereits gut ist und was einem selbst wirklich wichtig ist.
Besonders soziale Medien können diesen Effekt verstärken: Wir vergleichen unseren Alltag mit ausgewählten Momentaufnahmen aus dem Leben anderer – und vergessen dabei schnell, dass wir nur einen Ausschnitt sehen.
WAS PASSIERT, WENN SIE SICH WENIGER VERGLEICHEN?
Wer den Blick wieder stärker auf das eigene Leben richtet, kann:
bewusster wahrnehmen, was bereits da ist,
den eigenen Defiziten weniger Bedeutung geben,
sich stärker auf persönliche Ziele konzentrieren,
das eigene Selbstvertrauen stärken,
Dankbarkeit und Zufriedenheit fördern,
Entscheidungen stärker nach den eigenen Bedürfnissen und Werten treffen.
Es geht dabei nicht darum, sich nie wieder mit anderen zu vergleichen. Viel wichtiger ist die Frage, welche Wirkung der Vergleich auf Sie hat.
Mit wem vergleichen Sie sich – und warum?
Wenn Sie merken, dass Vergleiche Sie regelmässig unter Druck setzen oder unzufrieden machen, schauen Sie genauer hin:
Mit wem vergleiche ich mich eigentlich?
Was genau vergleiche ich?
Warum ist mir dieser Vergleich wichtig?
Ist dieser Vergleich überhaupt fair und realistisch?
Vielleicht vergleichen Sie Ihre berufliche Entwicklung mit jemandem, der ganz andere Voraussetzungen hatte. Ihren Körper mit bearbeiteten Bildern. Ihre Beziehung mit dem, was andere nach aussen zeigen. Oder Ihren ganz normalen Dienstag mit dem Ferienfoto eines anderen Menschen.
Das sind selten faire Vergleiche.
DEN EIGENEN MASSSTAB WIEDERFINDEN
Andere Menschen können inspirieren. Sie müssen aber nicht bestimmen, was Erfolg, Zufriedenheit oder ein gutes Leben für Sie bedeutet.
Es braucht manchmal Mut, den eigenen Weg zu gehen – besonders dann, wenn dieser nicht den Erwartungen oder Lebensentwürfen anderer entspricht. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: Wo stehen die anderen? Sondern: Wo möchte ich selbst hin?
Und wenn Social Media dafür sorgt, dass Sie diese Frage kaum noch beantworten können, kann etwas Abstand durchaus guttun.
Mein Impuls
Das Gras ist auf der anderen Seite auch nur Gras.