Nein zu sagen fällt vielen Menschen schwer. Nicht unbedingt, weil sie nicht wissen, was sie wollen – sondern weil ein Nein etwas auslösen könnte.
Vielleicht möchten wir niemanden enttäuschen oder verletzen. Wir wollen nicht egoistisch wirken, fürchten Ablehnung oder einen Konflikt. Im beruflichen Umfeld kommt möglicherweise die Sorge hinzu, als wenig engagiert oder nicht belastbar wahrgenommen zu werden.
Also sagen wir Ja. Obwohl wir eigentlich Nein meinen.
Kurzfristig ist das oft die einfachere Lösung. Langfristig kann es jedoch anstrengend werden.
Wer die eigenen Grenzen immer wieder übergeht, übernimmt zu viel und stellt die Bedürfnisse anderer vor die eigenen. Und irgendwann ärgert man sich darüber, wieder Ja gesagt zu haben. Aus einem einzelnen Ja wird schnell eine Gewohnheit.
Der erste Schritt ist deshalb nicht, öfter Nein zu sagen, sondern zu verstehen, weshalb es einem so schwerfällt.
Fragen Sie sich:
➡ Wozu sage ich gerade Ja – obwohl ich Nein meine?
➡ Was befürchte ich, wenn ich Nein sage?
➡ Ist diese Befürchtung realistisch?
➡ Was kostet mich mein Ja?
Nein sagen bedeutet nicht, andere vor den Kopf zu stossen. Es bedeutet, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und bewusst zu entscheiden, wofür Zeit und Energie zur Verfügung stehen.
Und auch ein Nein darf freundlich sein. Manchmal reicht bereits: «Das passt für mich nicht.»
KURZ ZUSAMMENGEFASST
Wer ständig Ja sagt, obwohl er Nein meint, vermeidet vielleicht kurzfristig unangenehme Situationen – bezahlt dafür aber häufig mit der eigenen Zeit und Energie. Die eigenen Beweggründe zu erkennen, macht es leichter, Grenzen zu setzen.
Mein Impuls
Der Weg zum Stress ist mit Jas gepflastert.Was ist das Schlimmste, was passieren kann, wenn Sie diesmal Nein sagen?